Wir freuen uns, Ihnen die aktuellen steuerlichen Informationen für November 2026 vorzustellen. In dieser Ausgabe geht es um energetische Sanierungen, Mitarbeiterbeteiligungen, neue Entscheidungen der Finanzgerichte und wichtige gesetzliche Entwicklungen für 2027.
Energetische Sanierung bei Miteigentum
Das Finanzgericht Münster hat entschieden, dass ein Miteigentümer die Steuerermäßigung für eine energetische Sanierung nur entsprechend seinem Eigentumsanteil beanspruchen kann. Das gilt auch dann, wenn er sämtliche Kosten allein getragen hat. Eine höchstrichterliche Klärung steht noch aus.
Mitarbeiterbeteiligungen und Steuerfreiheit
Bei Mitarbeiteraktienprogrammen kann die Steuerfreiheit gefährdet sein, wenn bestimmte Beschäftigtengruppen ausgeschlossen werden. Nach einer Entscheidung des Finanzgerichts Düsseldorf müssen auch Minijobber und Auszubildende grundsätzlich teilnehmen können.
Photovoltaikanlagen und Wärmepumpen
Eine Photovoltaikanlage ist nach Auffassung des Finanzgerichts Düsseldorf keine begünstigte energetische Maßnahme nach § 35c EStG, selbst wenn der erzeugte Strom teilweise für eine Wärmepumpe verwendet wird. Beide Anlagen sind steuerlich getrennt zu beurteilen.
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Monatsinformation November 2026 – Kurzfassung
Die November-Ausgabe bietet aktuelle steuerliche Entscheidungen sowie praktische Informationen für Privatpersonen, Selbstständige, Unternehmen und Arbeitgeber.
Doppelte Haushaltsführung bei Selbstständigen
Der Bundesfinanzhof hat die Voraussetzungen für eine doppelte Haushaltsführung bei Selbstständigen konkretisiert. Entscheidend ist insbesondere, wo sich der Schwerpunkt der betrieblichen Tätigkeit befindet. Familienheimfahrten und Unterkunftskosten sind nur im gesetzlich vorgesehenen Umfang abziehbar.
Vorabausschüttungen einer GmbH
Eine bereits ausgezahlte Vorabausschüttung bleibt grundsätzlich kapitalertragsteuerpflichtig, auch wenn der Ausschüttungsbeschluss möglicherweise unwirksam war. Entscheidend ist der tatsächliche Zufluss an die Gesellschafter.
Grundsteuer und Verkehrswertgutachten
Das Finanzgericht Baden-Württemberg hat entschieden, dass die Kosten eines erforderlichen Verkehrswertgutachtens in einem erfolgreichen Grundsteuerverfahren unter bestimmten Voraussetzungen erstattungsfähig sein können. Die Entscheidung betrifft einen Fall nach baden-württembergischem Landesrecht.
Jahressteuergesetz 2026 – geplante Änderungen
Der Gesetzentwurf sieht unter anderem vor, den Zinssatz für Steuernachzahlungen und Steuererstattungen ab 2027 von monatlich 0,15 Prozent auf 0,30 Prozent zu erhöhen. Weitere Vorschläge betreffen Kinderfreibeträge, den internationalen Informationsaustausch und die elektronische Bekanntgabe von Steuerbescheiden. Die Änderungen sind noch nicht endgültig beschlossen.
Immobilienverkauf nach Scheidung
Der Bundesrat hat vorgeschlagen, bestimmte Immobilienübertragungen im Zusammenhang mit einer Scheidung künftig von der Besteuerung privater Veräußerungsgeschäfte auszunehmen. Auch diese Regelung befindet sich noch im Gesetzgebungsverfahren.
Kindergeld ohne Antrag ab 2027
Ab 2027 soll die Familienkasse unter bestimmten Voraussetzungen Kindergeld nach der Geburt eines Kindes automatisch festsetzen und auszahlen können. Die Einführung erfolgt schrittweise und setzt voraus, dass die erforderlichen Angaben vollständig vorliegen.
Sozialversicherungswerte 2027
Für 2027 sind höhere Sozialversicherungsrechengrößen vorgesehen. Die geplante allgemeine Jahresarbeitsentgeltgrenze in der Krankenversicherung beträgt 84.150 Euro, die Beitragsbemessungsgrenze in der Krankenversicherung 76.500 Euro jährlich. Die erforderliche Zustimmung des Bundesrats steht laut Monatsinformation noch aus.
Neue Sachbezugswerte 2027
Die voraussichtlichen monatlichen Sachbezugswerte steigen bei Verpflegung auf 355 Euro und bei Unterkunft auf 289 Euro. Die Werte sind insbesondere für die Lohnabrechnung und die Abrechnung von Reisekosten relevant.
Elektronische Kassensysteme ab 2028 geplant
Die Bundesregierung plant, offene Ladenkassen bei Betrieben ab 100.000 Euro jährlichem Gesamtumsatz grundsätzlich durch elektronische Kassensysteme zu ersetzen. Ausnahmen sind vorgesehen, unter anderem bei jährlichen Barumsätzen unter 12.000 Euro. Digitale Belege sollen zum Regelfall werden. Die Regelungen sind noch nicht beschlossen.
E-Rechnung: Neue Hinweise des Bundesfinanzministeriums
Das Bundesfinanzministerium hat im Oktober 2026 weitere Praxisfragen zur E-Rechnung geklärt. Dazu gehören Anzahlungs- und Endrechnungen, Rechnungsberichtigungen, Pflichtangaben, technische Fehler und Bauleistungen. Unternehmen sollten ihre Rechnungsprozesse entsprechend überprüfen.
Tabaksteuer steigt
Bundestag und Bundesrat haben einer schrittweisen Erhöhung der Tabaksteuer zugestimmt. Die Änderungen betreffen unter anderem Zigaretten, Tabakprodukte und Liquids für E-Zigaretten.
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Impressum
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Die Informationen dienen der allgemeinen Orientierung und ersetzen keine individuelle steuerliche Beratung.
Steuertermine November / Dezember 2026
| Steuerart / Frist | November | Dezember |
|---|---|---|
| Lohnsteuer, Kirchensteuer, Solidaritätszuschlag | 10.11.2026 | 10.12.2026 |
| Einkommensteuer, Kirchensteuer, Solidaritätszuschlag | entfällt | 10.12.2026 |
| Körperschaftsteuer, Solidaritätszuschlag | entfällt | 10.12.2026 |
| Umsatzsteuer | 10.11.2026 | 10.12.2026 |
| Schonfrist bei Überweisung | 13.11.2026 | 14.12.2026 |
| Scheckzahlung – maßgeblicher Fälligkeitstag | 10.11.2026 | 10.12.2026 |
| Gewerbesteuer | 16.11.2026 | entfällt |
| Grundsteuer | 16.11.2026 | entfällt |
| Schonfrist Gewerbe-/Grundsteuer bei Überweisung | 19.11.2026 | entfällt |
| Gewerbe-/Grundsteuer – Scheckzahlung | 16.11.2026 | entfällt |
| Sozialversicherung | 26.11.2026 | 28.12.2026 |
| Beitragsnachweise Sozialversicherung | 24.11.2026 | 22.12.2026 |
| Kapitalertragsteuer und Solidaritätszuschlag | Zeitgleich mit der Gewinnausschüttung fällig | |
Hinweis: Die Zahlungsschonfrist gilt für Überweisungen, nicht für Schecks. Bei Sozialversicherungsbeiträgen können regionale Besonderheiten zu beachten sein.
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Die wichtigsten steuerlichen Themen des Monats verständlich und kompakt erklärt – zum Anhören am Arbeitsplatz, unterwegs oder zu Hause.
Präsentiert von der Kanzlei Irina Reichelt-Olenburger.
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